Nachrichten

Uefa-Präsident legt sich mit der Fifa an

Die Fifa will Verbände, Vereine und Spieler in der Coronavirus-Krise finanziell unterstützen. Doch die Verteilung der Gelder scheint völlig intransparent, was Uefa-Boss Aleksander Ceferin deutlich moniert. Er äußert sich auch zu seinen eigenen Plänen, wie der Fußball trotz der Pandemie gerettet werden könnte.

Mit deutlichen Worten und Warnungen schwört Uefa-Chef Aleksander Ceferin den europäischen Fußball auf einen gemeinsamen Weg in der Coronavirus-Pandemie ein. Die Champions League soll spätestens im August beendet sein, bei einem vorzeitigen Abbruch des Ligenbetriebs droht der Europapokal-Ausschluss, und im Dauer-Streit mit der Fifa gibt es die nächste Kritik.

Die Pläne zur Verteilung einer geplanten finanziellen Hilfe für Verbände, Vereine und Spieler in bislang unbekannter Höhe durch den Weltverband lehnt der Chef der Europäischen Fußball-Union ab. “Die Erklärung der Fifa dazu war, sie wollen es für die nutzen, die es dringend brauchen. Wir sollten dem zustimmen, sodass die Fifa-Administration dann entscheiden kann, wer wie viel Geld bekommt. Das ist nach meiner Auffassung und der von noch ein paar anderen Leuten etwas seltsam”, sagte Ceferin im “Aktuellen Sportstudio” des ZDF. Die Fifa hatte zuvor die Hilfsaktion angekündigt, ohne konkrete Summen und Details zu nennen.

Es könne niemand kontrollieren, an wen die Summen fließen, kritisierte Ceferin, der öffentlich bereits mehrfach in Opposition zu Fifa-Chef Gianni Infantino ging. “Es braucht doch strikte Regularien dafür, und man kann nicht einfach der Fifa-Administration überlassen, wer die meiste Hilfe braucht. Das ist doch zu einfach gedacht.” Auch sein Verband könne helfen: Die Uefa besitze rund 600 Millionen Euro an Rücklagen, “und die müssen wir jetzt nutzen”, sagte Ceferin.

Transferfragen ungeklärt

Mit einer Arbeitsgruppe auch unter Beteiligung der Konföderationen will die Fifa derzeit zudem die dringend benötigte Klarheit für Richtlinien auf dem Transfermarkt schaffen. So ist weiterhin ungeklärt, was mit Verträgen und Wechseln zum 30. Juni passiert, sollten die derzeit fast weltweit unterbrochenen Saisons über diesen Stichtag hinaus verlängert werden.

Dies ist auch ein Szenario für den Europapokal: Um die Sieger in Champions League und Europa League zu krönen, sieht Ceferin August als ultimative Frist. “Im September oder Oktober können wir das nicht mehr ausspielen”, betonte der Slowene.

Leave a Reply

Your email address will not be published.